Sonntag, 1. November 2026

1.11.2026: 7:3 in Bergkamen: Vier Siege, aber die Ice Aliens spielen mit dem Feuer

Vier Spiele, vier Siege, zwölf Punkte. Die Ratinger Ice Aliens marschieren durch die Regionalliga West. Auch beim ESV Grizzlys Bergkamen setzte sich die Mannschaft von Frank Gentges mit 7:3 durch. Doch wer nur auf die Ergebnisse schaut, übersieht ein Problem: Die Aliens brauchen offenbar regelmäßig einen Weckruf, bevor sie ihr ganzes Können zeigen.

Nach gut acht Minuten lag Ratingen bereits mit 0:2 zurück. Kein überzeugender Beginn für eine Mannschaft mit diesen Ambitionen. Immerhin stimmte die Reaktion. Matyas Borak und Brooklyn Beckers glichen noch im ersten Drittel aus und verhinderten, dass der Fehlstart ernsthafte Folgen hatte.

Im zweiten Abschnitt war dann Schluss mit der Gastfreundschaft. Innerhalb von gut fünf Minuten zerlegten Lennart Otten, Mathias Onckels, Manuel Neumann und erneut Borak die Bergkamener Defensive. Aus einem 2:2 wurde ein 6:2. Dominik Luft setzte später den Schlusspunkt zum 7:3. So sieht es aus, wenn die Aliens ihre Qualität tatsächlich aufs Eis bringen.

Offensiv macht diese Mannschaft richtig Spaß. Sieben Tore, sechs verschiedene Torschützen und ein Toni Lamers, der gleich drei Treffer vorbereitete. Ratingen ist schwer auszurechnen, weil die Torgefahr nicht von einzelnen Spielern abhängt. Das ist eine Stärke, die im Kampf um die Spitzenplätze entscheidend werden kann.

Nur darf die Offensivpower nicht zum Freibrief für defensive Nachlässigkeiten werden. Gegen Moers lag Ratingen zweimal zurück, gegen Lauterbach kassierte man drei Gegentore und in Bergkamen wurde die Anfangsphase verschlafen. Bislang konnte die Mannschaft ihre Fehler stets korrigieren. Das spricht für ihre Klasse, sollte aber niemanden über die Schwächen hinwegtäuschen.

Am Freitag wartet mit der EG Diez-Limburg der erste richtig große Härtetest. Der Tabellenführer hat alle fünf Begegnungen gewonnen und steht mit 15 Punkten an der Spitze. Ratingen folgt mit zwölf Punkten aus vier Spielen auf Platz drei, punktgleich mit den Eisadlern Dortmund.

Die Aliens haben zweifellos die Qualität, den Spitzenreiter zu schlagen. Doch gegen einen solchen Gegner dürfte es deutlich schwieriger werden, einen frühen Rückstand einfach mit offensiver Überlegenheit auszubügeln. Hier wird sich zeigen, ob die Mannschaft auch dann souverän bleibt, wenn der Gegner ihre Fehler konsequent bestraft.

Mit Dinslaken, Dortmund und Bergisch Gladbach folgen im November drei weitere Heimspiele. Ein anspruchsvolles Programm, das schnell zeigen dürfte, wie belastbar die bislang makellose Bilanz tatsächlich ist.

Frank Gentges kann mit zwölf Punkten zufrieden sein. Mit den wiederkehrenden Nachlässigkeiten sollte er es nicht sein. Die Mannschaft hat genügend individuelle Klasse, um in dieser Liga ganz oben mitzuspielen. Jetzt muss sie beweisen, dass sie auch taktisch und mental den Ansprüchen eines Titelkandidaten gerecht wird.

Denn eines ist klar: Wer ständig erst nach einem Rückstand aufwacht, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann der Gegner das Spiel längst entschieden hat. Gegen Diez-Limburg sind die Schonfrist und die Ausreden vorbei.

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