Die Ratinger Ice Aliens haben ihr letztes Auswärtsspiel der Hauptrunde in der Eishockey-Regionalliga bei den Eisadler Dortmund mit 3:2 nach Penaltyschießen gewonnen und dabei einmal mehr ihre enorme Moral unter Beweis gestellt. Vor 2669 Zuschauern in Dortmund entwickelte sich ein intensives, emotionales und von vielen Unterbrechungen geprägtes Spiel, das sportlich wie auch personell seinen Preis hatte.
Die Partie begann aus Sicht der Ice Aliens alles andere als optimal. In der achten Minute brachte Konsta Jaakola die Gastgeber mit 1:0 in Führung und sorgte früh für Stimmung in der Halle. Ratingen ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und fand schnell Antworten. Nur gut zwei Minuten später glich Bryce Irwin nach schöner Vorarbeit von Lamers und LeBlanc zum 1:1 aus. Die Ice Aliens blieben dran, spielten mutig nach vorne und belohnten sich noch im ersten Drittel: Philipp Seckel traf in der 15. Minute zur 2:1-Führung, mit der es auch in die erste Pause ging.
Das zweite Drittel verlief torlos, hatte es aber in sich. Bereits zu diesem Zeitpunkt musste Ratingen mehrere Ausfälle verkraften. Ville Saloranta schied nach einem Foul mit einer stark blutenden Augenverletzung aus, kurz darauf folgte Vikke Terho mit einer Gehirnerschütterung. Zu Beginn des zweiten Drittels erwischte es dann auch noch Bryce Irwin, der nach einer tiefen Schnittwunde an der Achillessehne nicht mehr weiterspielen konnte. Mit einem immer kleiner werdenden Kader verteidigten die Ice Aliens leidenschaftlich und hielten das 2:1.
Im Schlussdrittel machte Dortmund noch einmal Druck und kam in der 44. Minute durch Tobias Schmitz zum 2:2-Ausgleich. Trotz schwindender Kräfte schafften es die Ice Aliens, das Unentschieden über die reguläre Spielzeit zu retten. Auch in der Verlängerung fielen keine Tore, sodass das Penaltyschießen entscheiden musste. Nach drei Schützen stand es 2:2, ehe Verteidiger Mathias Onckels als vierter Schütze eiskalt blieb und den Dortmunder Torhüter überlistete. Auf der Gegenseite behielt Linus Schwarte die Nerven, parierte den letzten Dortmunder Versuch und machte den viel umjubelten Auswärtssieg perfekt.
Am Ende stand ein enorm wichtiger Erfolg im Kampf um Platz zwei, aber auch die Erkenntnis, dass dieser Sieg teuer erkauft wurde. Mit nur noch neun einsatzfähigen Stürmern zeigten die Ice Aliens eine geschlossene Teamleistung, großen Kampfgeist und bewiesen einmal mehr, warum sie in dieser Saison zu den Spitzenmannschaften der Liga gehören. Ein Sieg, der nicht nur sportlich zählt, sondern auch charakterlich ein echtes Ausrufezeichen setzt.