Sonntag, 4. Oktober 2026

4:0 in der Schlangengrube: Starker Auftakt – aber noch längst nicht alles gut

Ein 4:0-Auswärtssieg zum Saisonstart klingt erst einmal nach einem rundum gelungenen Abend. Und ja: Die Ratinger Ice Aliens haben in Dinslaken verdient gewonnen, kein Gegentor kassiert und die ersten Punkte der Saison eingefahren. Trotzdem wäre es zu einfach, sich vom Ergebnis blenden zu lassen.

Ratingen war von Beginn an die bessere Mannschaft, machte aus dieser Überlegenheit aber viel zu wenig. Chancen waren da, Tore zunächst nicht. Dass es bis zur 33. Minute dauerte, ehe Patrik Jääskeläinen das 1:0 erzielte, lag auch an Dinslakens starkem Torhüter Marko Brlic – aber eben nicht nur. Wer über weite Strecken das Spiel kontrolliert, muss aus seinen Möglichkeiten konsequenter Kapital schlagen.

Und dann gab es kurz vor der zweiten Pause eine Szene, die man aus Ratinger Sicht nicht einfach unter den Tisch fallen lassen sollte. Dinslaken wurde ein Treffer aberkannt, der offensichtlich zumindest diskussionswürdig war. Wäre dieser Treffer gegeben worden, wäre aus einem kontrollierten Spiel plötzlich eine völlig offene Partie geworden. So komfortabel, wie das Endergebnis aussieht, war der Abend also keineswegs.

Im Schlussdrittel machten die Aliens dann endlich das, was sie vorher zu selten geschafft hatten: ihre Überlegenheit auch auf der Anzeigetafel sichtbar. Jääskeläinen traf erneut, Veeti Koivunen erhöhte auf 3:0 und Toni Lamers setzte mit dem Empty-Net-Treffer den Schlusspunkt.

Das ist stark. Aber es ändert nichts an den Punkten, die man kritisch ansprechen muss.

Die Chancenverwertung war über lange Strecken zu schwach. Gegen Dinslaken ging das gut. Gegen Mannschaften mit mehr Offensivqualität kann so etwas schnell bestraft werden. Wer oben mitspielen will, darf sich nicht darauf verlassen, dass der Gegner seine Möglichkeiten liegen lässt oder dass ein Tor aberkannt wird.

Auch die Schlussphase hinterlässt Fragen. Die vielen Strafzeiten und die Unruhe rund um die Entscheidungen der Unparteiischen haben dem Spiel unnötig Hektik gegeben. Frank Gentges fand nach der Partie sehr deutliche Worte für die Schiedsrichterleistung. Ein Teil der Kritik mag berechtigt sein – trotzdem sollte der Blick nicht ausschließlich auf die Offiziellen gehen.

Denn als Fan wünsche ich mir vor allem, dass die eigene Mannschaft unabhängig von strittigen Entscheidungen souverän bleibt. Schiedsrichter werden nicht jede Situation richtig bewerten. Entscheidend ist, wie die Mannschaft damit umgeht. Gerade in engen Spielen kann zu viel Frust auf der Bank oder auf dem Eis schnell Punkte kosten.

Positiv bleibt: Die Defensive stand stabil, der Torhüter hielt die Null und im letzten Drittel wurde der Sack konsequent zugemacht. Besonders Jääskeläinen setzte mit zwei Treffern direkt ein Ausrufezeichen.

Am 18.10.2026 wartet gegen die Black Tigers aus Moers das erste Heimspiel am Sandbach. Dann wird sich zeigen, ob die Aliens nicht nur ein starkes Ergebnis, sondern auch eine über 60 Minuten überzeugendere Leistung nachlegen können.

Der Auftakt ist gelungen. Mehr aber auch noch nicht.