Sonntag, 18. Oktober 2026

6:2 gegen Moers: Verdienter Heimsieg – aber der Minikader machte es lange unangenehm

Endlich wieder Eishockey am Sandbach – und am Ende stand mit dem 6:2 gegen die Black Tigers aus Moers auch das passende Ergebnis auf der Anzeigetafel. Wer allerdings nur auf das Resultat schaut, könnte meinen, die Ratinger Ice Aliens hätten einen entspannten Abend erlebt. Ganz so einfach war es nicht.

Moers war mit einem kleinen Kader angereist, machte aus der personellen Situation aber erstaunlich viel. Vor allem Torhüter Kelvin Jaquier hielt seine Mannschaft mit einer starken Leistung lange im Spiel. Ratingen feuerte insgesamt 77 Schüsse auf das gegnerische Tor ab, 71 davon parierte der Moerser Schlussmann. Allein diese Zahl zeigt ziemlich deutlich, wo an diesem Abend die größte Ratinger Baustelle lag: Die Chancenverwertung hätte besser sein können.

Und der Start war alles andere als optimal. Bereits nach 46 Sekunden lag Moers mit 1:0 vorne. Eric Stephan glich im Powerplay aus, doch wenig später gingen die Gäste erneut in Führung. Erst Patrik Jääskeläinen stellte noch im ersten Drittel auf 2:2. Dass Ratingen trotz deutlicher spielerischer Überlegenheit nach 20 Minuten nur auf Augenhöhe lag, dürfte Frank Gentges kaum begeistert haben.

Im zweiten Drittel wurde das Bild dann klarer. Stephan brachte die Aliens erstmals in Führung, Matyas Borak erhöhte auf 4:2 und Jääskeläinen legte mit seinem zweiten Treffer des Abends das 5:2 nach. Spätestens jetzt zahlte sich der permanente Ratinger Druck aus. Stephan Kreuzmann sorgte im Schlussabschnitt im Powerplay für den 6:2-Endstand.

Die Statistik ist dabei schon fast absurd: 77:12 Torschüsse für Ratingen. Bei solchen Zahlen muss man ein Spiel natürlich gewinnen – und am Ende wurde es auch deutlich. Trotzdem sollte man sich fragen, warum es so lange dauerte, bis die Überlegenheit wirklich auf der Anzeigetafel sichtbar wurde. Gegen einen Gegner mit einem stärkeren Kader und mehr offensiver Qualität könnte ein solcher Start deutlich unangenehmere Folgen haben.

Positiv war dagegen, dass die Aliens ruhig blieben und das Spiel nach dem durchwachsenen ersten Drittel konsequent an sich zogen. Jääskeläinen und Stephan trafen jeweils doppelt, Lennart Otten sammelte drei Assists. Auch das Powerplay funktionierte mit zwei Treffern bei drei Möglichkeiten ordentlich, während Moers seine beiden Überzahlsituationen nicht nutzen konnte.

Und dann war da natürlich noch die Rückkehr an den Sandbach. Nach den ganzen Problemen rund um die Halle in den vergangenen Wochen war dieses erste Heimspiel mehr als nur ein normaler Termin im Spielplan. 625 Zuschauer konnten endlich wieder Ratinger Eishockey in der eigenen Halle sehen – und wurden zumindest ab dem zweiten Drittel mit einer klaren Angelegenheit belohnt.

Respekt aber auch an Moers. Mit einem kleinen Kader so lange dagegenzuhalten und einen Torhüter zu haben, der 71 Schüsse entschärft, verdient Anerkennung.

Für die Ice Aliens bleiben die drei Punkte und der zweite Sieg zum Saisonstart. Gleichzeitig gibt es genug Material für die Trainingswoche: Vor allem die Chancenverwertung und der verschlafene Beginn dürfen gegen stärkere Gegner nicht zur Gewohnheit werden.

Am kommenden Sonntag geht es um 18 Uhr am Sandbach gegen die Lauterbacher Luchse weiter. Dann darf es gerne wieder ein Sieg sein – nur vielleicht mit etwas weniger Anlaufzeit.

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