Was für eine Nachricht kurz vor dem Saisonstart: Die Eissporthalle Am Sandbach ist gesperrt. Für die Ratinger Ice Aliens bedeutet das nicht weniger als eine massive Störung der gesamten Vorbereitung auf die Saison 2026/27. Eigentlich sollte ab dem 1. September wieder in Ratingen trainiert werden. Daraus wird nun nichts. Und auch die geplanten Testspiele sowie möglicherweise der Start in die neue Regionalliga-Saison müssen vorerst ohne Heimspiele am Sandbach auskommen.
Der Grund ist ernst. Bei Untersuchungen am Tragwerk der Halle sind gravierende Schäden festgestellt worden. Mindestens vier von zwölf Trägern sollen akut sanierungsbedürftig sein. Ob die Konstruktion insgesamt noch ausreichend tragfähig ist und unter welchen Bedingungen eine Nutzung überhaupt möglich wäre, muss nun weiter geprüft werden. Die Stadt hat deshalb aus meiner Sicht völlig zu Recht die Reißleine gezogen. So bitter die Situation für den Verein ist: Wenn tatsächlich eine Gefahr für Spieler, Zuschauer und Mitarbeiter besteht, kann es keine Diskussion über eine Öffnung geben.
Trotzdem trifft diese Nachricht die Ice Aliens zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Frank Gentges hat in den vergangenen Wochen einen weitgehend neu zusammengestellten Kader aufgebaut. Zwölf Neuzugänge müssen integriert werden, Abläufe müssen entstehen, Reihen müssen gefunden werden. Genau dafür ist eine geregelte Vorbereitung wichtig. Nun wird aus sportlicher Planung plötzlich organisatorisches Krisenmanagement.
Die ersten Trainingseinheiten fanden ohnehin in Duisburg statt, weil das Eis in Ratingen erst Anfang September aufbereitet werden sollte. Aus einer vorübergehenden Ausweichlösung könnte jetzt aber eine deutlich längere Geschichte werden. Die Stadt spricht davon, dass eine Öffnung im Oktober bereits ein Best-Case-Szenario wäre. Und selbst dieses Szenario ist keineswegs sicher. Nach der Eisaufbereitung müssten die Träger offenbar über Wochen beobachtet werden, weil sich die klimatischen Bedingungen in der Halle auf die Konstruktion auswirken.
Damit nicht genug: Zusätzlich gibt es Probleme an der Ammoniak-Kälteanlage sowie einen ausgefallenen Wärmetauscher. Selbst ohne die Schäden am Tragwerk wäre ein Saisonstart Anfang September in der Halle also kaum möglich gewesen.
Für die Ice Aliens beginnt damit eine Suche nach Eiszeiten, Trainingsmöglichkeiten und Ersatzspielstätten. Vier Testspiele waren ursprünglich am Sandbach vorgesehen. Nun muss geprüft werden, ob sie in andere Hallen verlegt werden können. Das kostet Zeit, Geld und vermutlich jede Menge Nerven.
Der Verein selbst reagiert verständlicherweise geschockt, aber pragmatisch. Die Enttäuschung sei riesengroß, gleichzeitig müsse man nach vorne schauen und Lösungen finden. Genau das wird jetzt entscheidend sein. Die Mannschaft darf trotz aller organisatorischen Probleme sportlich nicht den Rhythmus verlieren.
Für uns Fans ist die Situation ebenfalls bitter. Der Saisonstart am Sandbach gehört eigentlich zu den Momenten, auf die man sich nach der Sommerpause freut. Wieder in die Halle kommen, die neuen Spieler zum ersten Mal sehen, die ersten Checks an der Bande hören und feststellen, dass es in einer Eishalle im September tatsächlich angenehmer sein kann als draußen.
Jetzt wird daraus zunächst nichts.
Aber vielleicht zeigt sich gerade in einer solchen Situation, wie stabil Verein, Mannschaft, Fans und Stadt wirklich zusammenstehen. Die Ice Aliens brauchen kurzfristig vor allem eines: Eis. Wo dieses Eis liegt, wird in den nächsten Wochen vermutlich nebensächlich sein.
Der Sandbach bleibt vorerst dunkel. Die Saison aber wartet nicht. Und deshalb müssen die Aliens jetzt schon vor dem ersten Bully beweisen, dass sie mit schwierigen Situationen umgehen können.
Samstag, 22. August 2026
22.8.2026: Schock am Sandbach: Die Ice Aliens verlieren vorerst ihr Zuhause
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